Bei schönstem Wetter versammelten sich 76 Optikinder mit ihren Eltern in drei Gruppen, A, B, C zum Auftakt unserer Regattasaison zum Preetzer Schusterjungen.
So viele Teilnehmer hatten sich noch nie gemeldet und es waren noch 9 weitere Kinder auf der Warteliste.
Leider war uns Rasmus nicht gewogen. Umlaufende Winde zwischen 2 und maximal 6 kn, meistens deutlich weniger, forderten die Wettfahrtleitung und die Kinder heraus. Gefordert sind mindestens 4 kn kontinuierlicher Wind, um eine Wettfahrt zu starten. Nach über zwei Stunden Wartezeit konnte dann ein regelkonformes Rennen gestartet werden, nachdem zuvor zwei Wettfahrten abgebrochen werden mussten. Leider hatte der Wind kein Erbarmen mit uns, sodass wir schließlich auch diese Wettfahrt abbrechen mussten, obwohl schon ein Segler durchs Ziel gegangen war.
Die Regeln lassen dies zu, verpflichten die Wettfahrtleitung jedoch zu einer sehr sorgfältigen Abwägung der Umstände. Spiegelglatter See, drehender Wind, eher Thermik über geraume Zeit, veranlassten uns dann, diese schwierige Entscheidung zu Gunsten eines Abbruchs zu treffen. Kaum kamen wir an Land, sahen wir die Optis segelnd zum Hafen zurücksegeln. Als Wettfahrtleiter sieht man da soo blass aus. Hätten wir noch länger zuwarten sollen? Es gab auch Kritik, sehr konstruktiv und an der Sache orientiert, aber überwiegend Zustimmung für die Entscheidung.
Am nächsten Morgen bei der Regattabesprechung habe ich die Umstände nochmals aufgegriffen und erläutert und unsere Entscheidung gerechtfertigt. Dies wurde gut angenommen.
Auch Sonntag ließ Rasmus zunächst jedes Engagement vermissen, es waren spiegelglatte Verhältnisse auf dem See. Daraus folgte zunächst eine Startverschiebung um eine Stunde. Nach Prüfung der Verhältnisse auf dem See an mehreren Standorten, musste wiederum eine Entscheidung getroffen werden. Die Vorhersagen sagten zu geringe Windgeschwindigkeiten voraus, um eine Wettfahrt starten zu können. Letztlich stimmte ich mich mit meinem Team ab und entschied mich dann für einen Abbruch der Veranstaltung. Die Kinder jubelten, einige Eltern übten Kritik. Der Verlauf gab mir jedoch recht und die Eltern akzeptierten dann meine Entscheidung, der erforderliche Wind kam einfach nicht.
Nach dem Verladen der Boote beschenkten wir dann die Kinder mit Präsenten und einer Urkunde. Die Mütter bekamen zum Muttertag eine Rose vom Wettfahrtleiter, und alle Teammitglieder, die geholfen haben, sowie die Freunde der DLRG auch. Betinas Preise kamen sehr gut an. Der Preetzer Schusterjunge klang so sehr harmonisch aus, noch während der Veranstaltung meldeten sich einige Teilnehmer zur Preetzer Herbstregatta an.
Fazit: 70 (76) Teilnehmer sind eine vertretbare Teilnehmerzahl unter den gegenwärtigen Ressourcen (4 Sicherungsboote), sodass die Teilnehmerbegrenzung für die Herbstregatta beibehalten werden muss, um auch bei mehr Wind für die Sicherheit der Kinder sorgen zu können.
Weiteres Fazit: Schwierige Bedingungen bedürfen gut abgewogener und regelkonformer Entscheidungen. Dabei habe ich/wir uns von den Tatsachen vor Ort und nicht nur vom Regelwerk leiten lassen. Es macht einfach keinen Sinn, Zeitvorgaben auszureizen, wenn die Umstände unter Würdigung der Prognosen und der Verhältnisse auf dem See dies nicht sinnvoll erscheinen lassen. Manchmal muss der Wettfahrtleiter dann Kritik einstecken und ertragen. An diesem Wochenende gaben die Umstände mir/uns letztlich recht.
Auch ohne eine Wettfahrt ermöglicht zu haben, hat der SCPr wieder einmal bewiesen, dass unser Konzept das richtige ist. Zufriedene Kinder und Eltern dankten es uns immer wieder.
Mein herzlicher Dank geht an alle Helfenden für dieses schöne Wochenende.
Ich freue mich insbesondere, dass Peter Gardewig sich auch zukünftig in das Team der Wettfahrtleitung einbringen möchte.
Ein ganz lieber Dank geht an Jürgen Plischke von der Schellhorner Gilde. Er hat uns mit einem weiteren Mitglied bei der Regattasicherung mit dem Boot der Gilde unterstützt.
Martin G. Zinck
Wettfahrtleiter